Der Wahnsinn kennt keine Grenzen: Jetzt tritt Deutschlands Kulturgott Nummer eins, der einzigartige, wahre und unverfälschte Heino, endlich bei LIDL auf. Da ich Bezieher des Lidl-Newsletters bin, man gönnt sich ja sonst nichts, stürme ich gleich den nächsten Markt.
»Schwarzbraun ist die Haselnuss« auf den Lippen frage ich eine der unterbezahlten Kittelschürzen, in welcher Regalflucht der große Blonde mit der dunklen Brille denn gerade seine Fans empfange. Ich wolle ihm persönlich für seinen Einsatz danken und ein frommes Tänzchen mit ihm wagen.
Die Verkäuferin prüft ausführlich, ob ich ein Recyclingetikett an der Jacke trage und sie dafür fünfundzwanzig Cent aus der Ladenkasse spucken muss. Dann erklärt sie, es handele sich um einen Ticketgutschein, den der Discounter ausgebe.
Meine Beschwerde, in meiner persönlichen Mail stehe, der Meister sei gerade live bei Lidl und singe hier für mich, wird ignoriert! Für »sensationelle EURO 25.-« soll ich stattdessen einen Gutschein erwerben. Damit könne ich mir ein Konzert auswählen, das es zwischen Nordhorn, Quakenbrück und Riesa gebe.
Heino hat gerade sein 50-jähriges Bühnenjubiläum gefeiert. Unterstelle ich ihm eine ähnliche Lebenserwartung wie Johannes Heesters, der gerade seinen 103. Geburtstag auf der Bühne feierte, kann ich ihn in rund fünfzig Jahren bei Aldi sehen. Dann bekomme ich wahrscheinlich eine Banane gratis, wenn ich mich in den Saal fahren lasse. ICH KANN WARTEN!
GleamOfHope
hihi