Buch mit Lesebrille

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Zum Nachschlagen:

»Autor sucht Verleger« (1): »Die Autoren«
»Autor sucht Verleger« (2): »Die Verlage«
»Autor sucht Verleger« (4): »Die Zuschussverlage«

Autor sucht Verleger (3): Die Agenten


Wer schreibt, träumt vom eigenen Buch. Autoren sehnen sich danach, einen Verlag zu finden, der ihnen Brücken zum Publikum baut. Doch es ist schwer, einen Verleger zu finden, der unter den aktuellen Bedingungen des Buchmarktes gewillt ist, einen Text auch nur diagonal zu lesen. Eine Handvoll neuer Autoren schafft es, verlegt zu werden, und mancher von ihnen erntet sogar Erfolg. Dies geschieht durch Glück, durch Zufall oder durch »Vitamin B« (für Beziehungen) als wichtigsten Wirkstoff im Organismus der Büchermacher.

Den Glücklichen, die es geschafft haben, verlegt zu werden, stehen Zehntausende gegenüber, denen mehr oder weniger höflich, individuell oder per Serienbrief, eröffnet wird, ihr Manuskript sei leider ungeeignet. Viele erhalten überhaupt keine Antwort. Ich kenne hingegen niemanden, der statt einer Absage einen Verlagsvertrag und einen saftigen Scheck bekam.

Der Autor, der oft Jahre damit zugebracht hat, sein Werk zu verfassen, der jedes Wort sorgfältig wählte, bleibt enttäuscht auf der Strecke. Weil Autoren Individualisten sind, erfährt keiner, dass sein Schicksal Symptom eines Zustandes ist. Sie fühlen sich vielmehr unfähig, die Selbstvermarktung erfolgreich zu betreiben und zweifeln am eigenen Können. Oft ist ihnen das Anbiedern auch zuwider. Da liegt es nahe, sich professioneller Hilfe zu bedienen und einen Agenten zu beauftragen, sich einzusetzen.

Während im US-Markt seit Jahrzehnten kaum etwas ohne Literaturagenten oder »Scouts« (»Kundschafter«) läuft, treten Literaturagenten im deutschen Sprachraum erst seit relativ kurzer Zeit verstärkt auf. Der deutschsprachige Markt ist überschaubarer als der englischsprachige Markt. Außerdem wird der größte Teil der bei uns erscheinenden Werke in den USA eingekauft, wo sie bereits vorgetestet sind. Als Faustregel gilt: Was sich im belletristischen Bereich in den Staaten gut verkauft, lässt sich auch in deutschen Landen vertreiben. Mit dem Absatz von etwa 15 Prozent der US-Auflage kann sicher kalkuliert werden. Ergo ist es für einen deutschen Verleger einfacher, ein bereits zuvor getestetes Werk hier abzusetzen, als sich dem wirtschaftlichen Risiko auszusetzen, Neues zu wagen.

Literaturagenten sind Vermittler zwischen Autor und Verlag. Manchmal verhandeln sie auch mit verschiedenen Verlagen – wenn es zum Beispiel darum geht, ein erfolgreiches Werk in andere Länder und andere Sprachen zu übertragen. Wer schreibt, kann die Dienste einer Literaturagentur zu seinem Vorteil nutzen. Allerdings wäre es blauäugig, anzunehmen, dass literarische Agenten anders denken als ihre Abnehmer, die Lektoren und Verleger. Agenten sind bemüht, die Nase dicht im Wind zu haben und alle Trends und Entwicklungen möglichst frühzeitig zu schnuppern. Sie suchen nicht unbedingt nach einem Goethe-Nachfolger oder nach der Autobiographie des pensionierten Oberstudienrates aus Gelsenkirchen. Sie wollen Geld verdienen.

Wie auch bei dem Umgang mit Verlagen ist es deshalb ratsam, sich vorher über das Profil des jeweiligen Agenten zu informieren, denn auch hier findet Spezialisierung statt. Die Übersendung eines Exposés des jeweiligen Werkes reicht erst einmal aus. Vorteil ist, dass der Inhaber der Literaturagentur meist direkt ansprechbar ist, es handelt sich mehrheitlich um kleine Unternehmen, wo der Chef noch persönlich das Telefon bedient.

Professionelle Agenturen verlangen kein Geld vom Autor. Sie investieren in eventuell notwendige Verbesserungen des Werkes und bieten es dann an. Agenturen leben von Erfolgsprovisionen und knebeln ihre Autoren auch keinesfalls mit umfangreichen Verträgen. Im Schnitt erhalten sie 15 Prozent des Autorenhonorars.

Aufgrund des Überangebotes an Manuskripten hat sich bei den Literaturagenten eine Spezies herausgebildet, die vom Autor leben und kaum Kontakte zu Verlagen nachweisen können. Deshalb sind Agenten, die sich mit Suchanzeigen, Prospekten, im Internet oder per Email an Autoren wenden und ihre Dienste anpreisen, grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen.

Meist läuft es darauf hinaus, dass die Agentur sich begeistert über das entsprechende Werk äußert und eine Veröffentlichung in Aussicht stellt. Dann kommt der Pferdefuß: es sei noch ein Lektorat erforderlich, und auch ein Korrektor müsse den Text präsentabel machen. Dafür fallen teilweise erhebliche Gebühren an, und die Chance, dass sich das Manuskript dadurch besser verkauft, steigt kaum. Der Autor wird schlicht und einfach ausgenommen und erhält keine Gegenleistung.

Am besten sind Agenturen, die den Autor abkassieren wollen, daran zu erkennen, dass sie kaum Referenzen beibringen. Bei diesen Mittlern läuft es oft darauf hinaus, dass Autoren an einen Zuschussverlag vermittelt werden, da es ja »leider« keine andere Chance für ihr Werk gibt. In diesen Fällen ist der direkte Weg zu einem »käuflichen« Verlagsunternehmen wahrscheinlich der preiswertere. Inzwischen gibt es sogar »Agenten«, die einen entsprechenden Verlag im eigenen Haus betreiben oder direkt damit im Rahmen einer Firmengruppe wirtschaftlich verflochten sind. Eine Zusammenarbeit mit solchen Unternehmen macht keinen Sinn.

Was bringt es, die private Herausgabe des eigenen Werkes direkt finanziell zu fördern und zu zahlen?

Hier geht es weiter: »Autor sucht Verleger (4): Die Zuschussverlage«.

Adressen von Literaturagenturen (ohne Wertung!)

• Eggers & Landwehr
http://www.eggers-landwehr.de/
• Thomas Schlück
http://www.schlueckagent.com/index.php3
• Michael Meller
http://www.melleragency.com/
• Ava
http://www.ava-international.de/
• Mohrbooks
http://www.mohrbooks.com/berlinseiten/index.html
• Gudrun Hebel
http://www.agentur-literatur.de/
• Anke Vogel
http://www.ankevogel.com/
• Jordanstext
http://www.jordanstext.de/_d/info/info5000d.html
• Copywrite
http://www.copywrite.de/
• Paul & Peter Fritz
http://www.fritzagency.com/indexD.php?sprache=D
Weitere Adressen bei Sandra Uschtrin
http://www.uschtrin.de/litag.html